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Unterwegs im Böhmerwald: Geschichte, Gold und böhmisches Glas

27. Sept.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Okt.

Ein erlebnisreicher und historisch geprägter Tagesausflug führte die Mitglieder unseres Vereins vor Kurzem in den Böhmerwald. Durch die verschiedenen Instanzen wurden wir unter anderem von Dr. Horpeniak geführt. Die Region im tschechischen Grenzgebiet zeichnet sich nicht nur durch ihre eindrucksvolle Naturlandschaft aus, sondern blickt auch auf eine Jahrhunderte alte, faszinierende Geschichte zwischen Bergbau, Kunst und Handwerk zurück.




Erste Station: Burg Karlsberg (Hrad Kašperk)

Der Tag begann hoch oben auf der Burg Karlsberg bei Bergreichenstein. Die imposante Burg thront auf 886 Metern Höhe und gilt als die höchstgelegene königliche Burg Böhmens.

Im Rahmen einer fachkundigen Führung erhielten wir spannende Einblicke in die Geschichte der Festung. Erbauen ließ sie kein Geringerer als Kaiser Karl IV. im Jahr 1356. Die Burg erfüllte gleich zwei strategisch entscheidende Aufgaben. Zum einen diente sie zum Schutz der Landesgrenze, wodurch Nachbarn wie dem Bayernherzog eine klare Präsenz gezeigt werden sollte, und zum anderen als Sicherung des Goldsteigs und der Goldbergwerke, für welche Bergreichenstein so bekannt ist. Von den charakteristischen Doppeltürmen der Burganlage bot sich uns zudem ein eindrucksvoller Panoramablick über die weitläufigen Wälder der Region.





Zweite Station: Das Glasmuseum Bergreichenstein

Nach dem Abstieg ging es weiter in die Stadt Bergreichenstein selbst. Dort besuchten wir das örtliche Museum (Muzeum Šumavy), welches eine der bedeutendsten Glassammlungen der Gegend beherbergt.

Der Böhmerwald galt über Jahrhunderte hinweg als ein Weltzentrum der Glasherstellung. Grund dafür waren die riesigen Waldvorkommen (für Feuerholz und Potasche) sowie das reiche Quarzvorkommen. Während des Rundgangs erfuhren wir, wie sich das regionale Kunsthandwerk entwickelte. Von mittelalterlichem Waldglas über den berühmten böhmischen Kristall bis hin zu den Jugendstil-Meisterwerken der nahegelegenen Glashütte Lötz in Klostermühle (Klášterský Mlýn), die um 1900 weltweiten Ruhm erlangte.





Dritte Station: Die St. Gunther Kirche in Gutwasser

Zum Abschluss des Ausfluges steuerten wir den Wallfahrtsort Gutwasser (Dobrá Voda) an, um die Kirche des Hl. Gunther zu besuchen.

Der heilige Gunther (ca. 955-1045, ein ehemaliger thüringischer Graf und Benediktinermönch), wirkte hier im 11. Jahrhundert als Einsiedler und Friedensstifter zwischen Deutschen und Tschechen. In einem kurzen Vortrag erfuhren wir mehr über sein Wirken sowie über die barocke Architektur der Kirche. Das unbestrittene Highlight der Kirche ist jedoch ihre moderne Innenausstattung. Der gläserne Altar, ein weltweit einzigartiges Kunstwerk der tschechischen Glaskünstlerin Vladimíra Tesařová beeindruckt alle Besucher sofort. Darüber hinaus sind ebenso das Kreuz, die Kanzel, das Taufbecken und die Kreuzwegstationen aus massivem, geschliffenem Glas hergestellt.




Mit vielen unvergesslichen Impressionen und neuem Wissen über die Geschichte der Nachbarregionen traten wir am Spätnachmittag schließlich die Heimreise an. Ein gelungener Tag, der allen Beteiligten sicherlich noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.

 
 
 

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