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900 Jahre Pfarrei Aicha vorm Wald

Aktualisiert: 19. Sept. 2025

Christian Meier aus Schöfweg beschreibt in den "Innernzeller Nachrichten" Nr. 345 vom August/September 2021 unter der Überschrift: "Mutter-Tochter-Enkelin" Kirchenzentren zwischen Donau und Rachel/Lusen und in diesem Zusammenhang auch die Urpfarrei Aicha vorm Wald.

Die Kirchenzentren waren die Keimzellen für die heutige Gliederung der Pfarreien:

Das Kloster Niederaltaich (gegründet 741) und die durch den Mönch Gunther grundlegende Propstei Rinchnach (1019) waren die Ausgangspunkte für die Pfarreien Schwarzach, Hengersberg, Auerbach, Lalling mit Expositur Hunding, Kirchdorf im Wald mit der Enkelpfarrei Eppenschlag sowie Untermitterdorf.

Schwanenkirchen wurde bereits 857 als "Sweinaha" erwähnt und gilt als eine der ältesten Ortschaften links der Donau. Es ist die Mutterkirche für Iggensbach, Ranfels (seit 1518 Schlossbenefizium), Schöllnach mit den Enkelpfarreien Zenting und Riggerding sowie Grattersdorf mit der Enkelpfarrei Langfurth.



Die Urpfarrei Aicha vorm Wald (1120, also 900 Jahre alt)

Die Urpfarrei Aicha vorm Wald brachte sechs Tochterpfarreien (Neukirchen vorm Wald, Thurmannsbang, Innernzell, Schönberg, Fürstenstein, Eging am See), sieben Enkelpfarreien (Thannberg, Nammering, Preying, Tittling, Ranfels, Schöfweg, Oberkreuzberg) und zwei Urenkelpfarreien (Spiegelau-Riedelhütte, Klingenbrunn) sowie fünf weitere Filialkirchen (Oberpolling, Solla, Saldenburg, Kirchberg bei Schönberg, Eberhardsreuth) hervor. Vom zeitlichen Ablauf ist die Pfarrei Innernzell die dritte Tochter. Die Enkelpfarrei Schöfweg wurde ebenso wie einige umliegende Pfarreien (Klingenbrunn, Eppenschlag, Untermitterdorf, Riggerding) erst 1921 selbstständig. Das Bistumsblatt Nr. 26/2021 berichtet vom "Rekordjahr" 1921, als insgesamt 26 Pfarreien im Bistum Passau neu gegründet wurden.

Aus dem 1395 von den Grafen von Leuchtenberg/Hals gestifteten Kloster St. Oswald und dem im selben Jahr mit ihm verbundenen Benefizium Grafenau wurde die Pfarrei Neuschönau herausgelöst. 1429 wurde Innernzell eine Filliale von Aicha vorm Wald und erhielt den Namen Innernzell zur Unterscheidung von Außernzell (Zell bei Schellnach). Schließlich wurde Innernzell 1471 zum Vikariat mit einem eigenen Seelsorger erhoben. Stifter der Pfarrei waren die Grafen von Leuchtenberg (seit 1375 Erben auch der Grafschaft von Hals bei Passau).

Die ursprünglich von Aicha vorm Wald ausgesandten "berittenen Kooperatoren" wurden nachweislich seit 1715 von in Innernzell sesshaften Kaplänen abgelöst. Deren Wohnung befand sich zunächst im Ökonomiepfarrhof in Unteröd, wobei dieser landwirtschaftliche Gehilfe des Pfarrers war. Die hauptsächlichen Aufgaben des Kooperators, der heute als Kaplan bezeichnet wird, waren in der Pfarrseelsorge die Taufen und Beerdigungen von Kindern, die Durchführung des Religionsunterrichts und die sogenannten Versehrgänge. Die erste urkundliche Erwähung Aichas als Pfarrsitz ist auf das Jahr 1120 datiert.

Hier wird ausgeführt, dass der Schlossherr Alrune von Eichachirchen und seine Kinder Heinrich, Adelheid und Irmengard sowie seine Nachkommenschaft jährlich fünf Dinare an das Domkapitel zu Passau zu entrichten hätten. Der Erstbeleg des Siedlungsnamens stammt von 1140, ihm liegt das althochdeutsche Wort "eihahi" für "Eichenwald" zugrunde.

Andere Belege sind Aichakeirchen, Aichehechirchen, Aichaech (1349), Sandmariakirchen (1361). Aichach (1643) und 1723 Aicha vorm Wald. Zugrunde liegt mitunter das spätere mittelhochdeutsche Grundwort "Kirche". Das Bestimmungswort im Beleg von 1361 weist auf die Kirchenpatronin Maria hin. Die Lokalisierung, die von gleichnamigen Orten unterscheiden soll, bezieht sich auf die Lage vor dem Bayerischen Wald.


Beleg für die erste urkundliche Erwähnung Aichas als Pfarrsitz: 1120
Beleg für die erste urkundliche Erwähnung Aichas als Pfarrsitz: 1120

In verschiedenen geschichtlichen Unterlagen wird immer wieder von Ur- und Mutterpfarreien gesprochen, die am Beginn der Kirchenorganisationen gestanden hätten. Für das Bistum trifft das nur auf zwei Pfarreien zum, die man als Mutter einer großen Zahl von Tochtersprengeln bezeichnen kann. Es sind dies die Pfarreien Stammham und Aicha vorm Wald.

Stammham liegt im Passauer-Salzburgischen Grenzraum an Inn und Salzach. Aicha vorm Wald, gelegen in einer Siedlungsnische des Bayerischen Waldes, hatte im 12. Jahrhundert ein enorm großes Gebiet mit vielen Tochter- und Enkelpfarreien. Aicha wurde in dieser Zeit an der Westgrenze ein bedeutender Pfeiler des werdenden Hochstifts Passau.


Karte über die Ausdehnung der Urpfarrei Aicha vorm Wald
Karte über die Ausdehnung der Urpfarrei Aicha vorm Wald

In manch alten Aufzeichnungen wird von einem Ausmaß eines kleinen Fürstentums geschrieben. Die Urpfarrei Aicha vorm Wald soll die größte Pfarrei im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gewesen sein.

Die Bedeutung des Aichaer Sprengels mit einer Ausdehnung bis Innernzell, Zenting, Tittling, Neukirchen vorm Wald hielt lange an.

Die hohe Zahl der Pfarreien, die dem Aichaer Sprengel zugeordnet waren, kommt daher, dass dieser Raum eine Sonderentwicklung hinter sich hatte. Aufgrund dieser Situation, des Machtanspruchs der Bischöfe von Passau und der Bedeutung des Aichaer Sprengels, wurden die Kirchen über lange Zeit in der Unterordnung zu Aicha gehalten, länger als dies anderswo der Fall war. Auch wirtschaftlich war Aicha für das Hochstift Passau nicht unbedeutend: Eine Urkunde aus dem Jahr 1435 bezeugt, dass die Einkünfte der Pfarrei so groß waren, dass Bischof Leonhard aus den Renten derselben ach Chorsänger im Dom zu Passau anstellen konnte. So ist es nicht verwunderlich, wenn in manchen Aufzeichnungen der Hinweis gegeben ist, dass dem Pfarrherrn zu dieser Zeit nicht weniger als sechs berittene Kooperatoren (Kapläne) zur Seite gestanden hätten - wenn dies auch urkundlich nicht nachgewiesen ist. Die erste Kirche von Aicha, vielleicht schon im zehnten Jahrhundert errichtet, dürfte ein kleiner Holzbau gewesen sein, hierüber ist aber nicht Genaueres bekannt. Das zweite Gotteshaus war als Massivbau im gotischen Baustil erbaut und "Unserer Lieben Frau" geweiht. Daran erinnert auch der Name "Frauenholz", den ein Ortsteil Aichas heute trägt.

Die Pfarrkirche Aicha vorm Wald gehört heute noch in ihrer baulichen Substanz zum Teil einer Epoche an, die man gerne als Herbst des Mittelalters bezeichnet. Eine Zeit des Reformismus, die allerdings dank der Menschen in unserer Gegend nicht Fuß fassen konnte. Diese Religiosität des alten Bayern findet u.a. seinen Ausdruck in allen Barockkirchen des Landes. Auch und gerade in Aicha vorm Wald wird der barocke Geist sichtbar in der herrlichen Inneneinrichtung der Pfarrkirche. Wenn auch die barocke Umgestaltung des Gotteshauses der Spätphase dieser Stilepoche zuzurechnen ist, so können durchaus ansprechende Leistungen bewundert werden, die noch heute alle Besucher erfreuen und der christlichen Andacht dienlich sind.


Zur Baugeschichte der Pfarrkirche

Dass die Pfarrkirche eine sehr ansprechende Gestaltung erfuhr, ist dem damaligen Dechant Dr. Siegmund Rudolph Hormayr zu verdanken. In den Jahren von 1723 bis 1749 wirkte in Aicha der adelige Pfarrer Dr. Siegmund Hormayr von Hortenburg. Er war Dekan und fürstbischöflicher Rat, zugleich Chorherr in Vilshofen und Stiftsdekan bei St. Veit in Freising. Der adelige Pfarrherr war zu Reichenberg bei Pfarrkirchen geboren und verstarb am 16. Januar 1749 im Alter von 61 Jahren.

Das gotische Gotteshaus wurde unter seiner Leitung in den Jahren 1726 bis 1735 im Stil des frühen Rokokos gelungen umgebaut und prachtvoll ausgestattet.

Er fuhr selbst nach München, um bei der geistlichen Regierung wegen Bewilligung der Gelder zu einem Neubau seiner Kirche vorzusprechen - die Kirche war nach seiner Beurteilung in einem ruinösen Zustand!



"So weist uns aber die Erfahrund, daß... wür, wie gemeldt, die inwendige Verbuzung der Kürchen, zu geschweige anderer noch zu errichten seyender khlainigkeiten, nit zu helfft gebracht gleichwohl schon unser paarschaft auf ain khlaines zerschmolzen, mithin das Gotteshaus zu dessen großen schadten, zumahlen hauptsächlich die gerister verstauben und verderben müsten, also unausgebauter stehen zu lassen gewzungen würde."

Er bittet um "500-600 fl zu auszührung deß Gotteshaus auf mahlerey od stucator anwendten zu derffen; allermaßen ain solches zu unterlassen, aine pure beschändtlung dieses sehr woll angelegten Gottshaus were.

Und lestlich auch gdgst zuezugeben, daß wür aine Predigt canzl und Choraltar/: maßen die alte canzl ganz verstabt und unbrauchbahr worden. Khain choraltar aber in der kürchen niehmals gestandeten noch stehennhat khönen:/ tewan zur erspahrung großer costen, von Stucator arbeith von 7 gegen 800 fl machen derfen lassen. Beispielhafte Kostenrechnungen - 1 Gukden (f) = 60 Kreuzer (kr.)."

Der Pfarrer schrieb ferner am 18. März 1735 an den Bischof: "Es wurde das Pfarr Gottshaus zu Aicha vorm Wald im abgewichenen Jahr gänzlich repariert und aufgepautet. Alldieweilen aber in solcher reparation aine ergübige erweitterung, und erhechung nöthig geworden, also seindt nebst den chor; auch die respective seithen capelln und altär von grundt auf neu erpauet, und auf das alte gemäuer yber 2 clafter hoch neue Mauern gesezet worden. Durch wohl alles neues gepäu, da es die helfft des alt geblbnen gemäuer weit ybersteuget, ist nothwendig secundum sententias Authorum die Pfarrkürchen exerciert worten."

Gregor Säzl, kurfürstlicher Bauamtsmaurermeister in Ingolstadt, lieferte einen Vorschlag zur Erhöhung der alten Kirchenmauern und zum Neubau eines Chores und sicher auch einen Plan.

Für den Umbau wurde der größte Kirchenbaumeister des bayerischen Rokokos, der Münchner Hofbaumeister Johann Michael Fischer, zu Rate gezogen. 1726 war die Restaurierung im Gang. Ob die definitiven Pläne vom bekannten Kirchenbaumeister Michael Fischer stammen oder von Georg Sälzl oder aber von einem Passauer Architekten - Jakob Pawanger war 1730 beim Pfarrhof in Anspruch genommen - lässt sich nicht eindeutig entscheiden. Der Neubau fügte an das Langhaus ein Querschiff und einen weiträumigen Chor an. Das Obergeschoss des Turmes wurde neu gebaut. 1733 war der halbrunde Chor fertig. Die Kirche war damit um mehr als die Hälfte vergrößert worden und der Pfarrherr bittet darum, einen provisorischen Altar aufstellen zu dürfen, da während des Baus der Gottesdienst in der Totenkapelle (Seelenkapelle beim Turm) abgehalten worden war. 1734 wird ein projektierter Überschlag des nach Aicha geschickten Johann Michael Fischer erwähnt. Er sollte anscheinend wegen des Baus und der Baugelder nach dem Rechten sehen. Ob und wie der Münchner Hofbaumeister Johann Michael Fischer Einfluss auf den Bau der Aichaer Kirche nahm, lässt sich nicht nachweisen. Allerdings zeigt ein Vergleich mit der kurz vorher von ihm erbauten Pfarrkirche in Bergkirchen bei Dachau eine auffallende Übereinstimmung der Fensterformen und der Eckabschrägungen der Sakristei-Außenmauern und des Querschiffes (so z.B. auch in Unering und Söllhuben).


Grundriss und Schnitte der Pfarrkirche



Der Turm steht an der Westseite, und zwar an der Nordecke, daneben südlich die Seelenkapelle. Der Turm der früheren Pfarrkirche von Aicha besaß ursprünglich als Abschluss eine Zwiebel (siehe Zeichnung: Höpfl). Erst 1879 wurden auch hier bauliche Veränderungen vorgenommen. Die Glockenstube erhielt noch einen Aufsatz und die Zwiebel wurde durch eine Spitze ersetzt. Die Turmhöhe beträgt 52 m.


Die Sakristei mit Oratorium im Obergeschoss liegt an der Nordseite der Kirche. Die neue Pfarrkirche erhielt ein Querschiff und über dem Oktogon eine Kuppel nach dem Vorbild des Petersdomes in Rom. Die feinen Stuckarbeiten schufen die italienischen Brüder Giovanni Battista und Domenico Sebastiano d' Allio (Carlone-Schule).

Über der Vierung erhebt sich eine Flachkuppel auf Zwickeln, das Querschiff schließt mit Kuppeln und Wangenstücken an.

Das Langhaus hat eine durch Gurten gegliederte Segmenttonne. Die Fenster sind über dem Kämpfergesims angebracht. Der bewegte Umriss ist aus dem Schnitt ersichtlich.

Das Äußere war verputzt, ohne Gliederung. Der Turm hatte in den Untergeschossen Schlitzfenster. Das Glockenschloss, 1735 erbaut, hatte Ecklisenen in Putz. Die großen rundbogigen Schallöffnungen hatten Umrahmungen mit Kiel- und Kämpfersteinen. Der Helm war modern, ebenso das Schlussgeschoss.

Am 21. April 1735 erfolgte die Konsekration des heutigen Gotteshauses durch den Passauer Fürstbischof Joseph Dominicus Graf von Lamberg.

Das gotische Gotteshaus wurde unter seiner Leitung in den Jahren 1726 bis 1735 im Stil des frühen Rokokos gelungen umgebaut und prachtvoll ausgestattet.


Innenansicht der Pfarrkirche Aicha vorm Wald
Innenansicht der Pfarrkirche Aicha vorm Wald

Ab diesem Zeitpunkt sind die Kirchenpatrone die Apostelfürsten Petrus und Paulus, die sich in der figürlichen Darstellung auf dem Hochaltar brüderlich umarmen.

Wenn wir den Innenraum der heutigen Pfarrkirche betreten, fällt uns die freundliche Farbigkeit besonders auf, die einer gelungenen Innenrenovierung in den Jahren 1984/85 zu verdanken ist. Auf den Tag genau nach 250 Jahren im Jahr 1985 nahm Bischof Franz Eder die Weihe des neuen Mittelaltars und den Abschluss der Innenrenovierung vor.

Zum Weihejubiläum wurde die Pfarrkirche mit großzügiger Unterstützung der Diözese und des Landesamts für Denkmalpflege gründlich unter der umsichtigen Leitung von Pfarrer Georg Stetter renoviert.


Fresken in der Pfarrkirche

Die herrlichen Fresken im gesamten Innenraum stammen, wie bei der Innenrestaurierung 1935 erst festgestellt wurde, von dem Vilshofener Andreas Matt. Das große Gemälde in der Kuppel stellt die Aussendung des Hl. Geistes am ersten Pfingsttag dar. Interessant ist der Übergang von Stuck zur Malerei, der an die Art der Brüder Asam erinnert.


Maria mit der Birne

Neben den reichhaltigen Fresken, der formschönen Kanzel und den aufwändig gestalteten Seitenaltären, die dem Hl. Sebastian und dem Hl. Franz Xaver gewidmet sind, thront am linken Flügel des Querschiffes heute noch in Anmut und göttlicher Würde das einstige Gnadenbild, eine wertvolle spätgotische Schnitzfigur, etwa aus dem Jahre 1510 stammend: "Maria mit der Birne".

Wie eingangs erwähnt, stand Maria lange Zeit im Mittelpunkt regen Wallfahrtslebens und erinnert daran, dass die Kirche ursprünglich Maria zur Patronin hatte.

An das Gnadenbild knüpft sich folgende Legende: Schon frühzeitig hatten sich inmitten der Wildnis im Tal der Großen Ohne Menschen angesiedelt, ihre Häuser und auch Kirchen errichtet. Das kleine Gotteshaus schmückte bereits eine einfache Mutter Gottesstatue aus Holz. Wenn nun im rauen Waldklima die Ernte missriet, Wolf und Bär das Vieh rissen und die Siedler in ihrer Verzweiflung am liebsten diese unwirtliche Gegend verlassen hätten, klagten sie ihr Leid der Mutter Gottes.

Als sie wieder einmal in großer Not gemeinsam vor ihr knieten und um Hilfe flehten, erlebten sie ein Wunder. Die Mutter Gottes schritt lächelnd zur Kirche hinaus und pflückte von einem Baum eine dürftige Frucht und diese verwandelte sie in ihrer Hand in eine herrliche Birne, die sie dem Kind auf ihrem Arm reichte. Neuer Mut überkam die Verzweifelten und sie blieben auf ihrer Scholle.

Nach der Innenrenovierung wurde in den 90er-Jahren die Marienstatue, der Strahlenkranz mit einem Akanthusrahmen und stilisiertem Birnbaum vom bekannten örtlichen Bildhauer Leopold Hafner sen. geschaffen. Die Figuren links und rechts der Mutter Gottes mit der Birne stellen Joachim und Anna, die Eltern Mariens, dar.


Der "Alte Pfarrhof"

Die Geschichte der Pfarrei Aicha vorm Wald ist nicht erzählt, ohne den "Alten Pfarrhof" zu erwähnen.


Der "Alte Pfarrhof"
Der "Alte Pfarrhof"

Der stattliche Bau liegt etwas entfernt von der Kirche als Einzelsiedlung. Aus diesem Grund war wohl schon seit ältester Zeit eine Kapelle damit verbunden.

1729 legte Pfarrer Dr. Sigmund Hormayr von Hortenburg den Plan des Neubaus, der an der Stelle des bisherigen hölzernen Pfarrhofes errichtet werden sollte, bei der geistlichen Regierung in Passau vor.

Den Entwurf hatte Domkapitelbaumeister Jakob Pawanger in Passau gemacht. Es war ein zweigeschossiger Bau mit 6:7 Achsen. Über der Spitze des gebrochenen Zeltdaches erhebt sich eine Laterne mit Kuppel, umgeben von vier Kaminen, die aus den Dachgraten entwachsen. Das Erdgeschoss hat nur Halbfenster.

Südlich neben der Kirche, an der Ostseite des Pfarrhofes, springt ein kleiner Rechteckflügel heraus, der den Kapitelsaal enthält.

Pfarrer Hormayr bezeichnete den Flügel 1729 als Gartenhaus und beabsichtigte, den Kapitelsaal darin einzurichten.

Die Ökonomiegebäude liegen an der Südseite des Pfarrhofes, einen rechteckigen Gebäudekomplex bildend.

Innen gibt es ein geräumiges Stiegenhaus. In den Zimmern des Obergeschosses sind schöne Stuckdecken mit Laub- und Bandwerk (1730) zu bewundern. An der Ostseite des Pfarrhofes liegt die Kapelle, die schon vor dem heutigen Bau bestand, wie aus Pawangers Entwurf zu sehen ist. Es ist eine kleine Anlage ohne ausgesprochenen Stil, dreiseitig geschlossen, mit Flachdecke. Es gibt einen Barockaltar (um 1715)mit Gemälde, die Immaculata darstellend und zwei Seitenfiguren.

Über dem Eingang des Pfarrhofes findet sich ein Gemälde: Maria mit Kind; ein Wappen des Pfarrers Hormayr und die Jahreszahl 1730.

Seit 1969 befindet sich der Alte Pfarrhof in Privatbesitz der Künstlerfamilie Hafner.

Erinnert man sich an den Anfang der 900-jährigen Geschichte der Pfarrei Aicha vorm Wald und deren Entstehung, erkennt man die geschichtliche Entwicklung, die historische Bedeutung der einstigen und einzigen Urpfarrei des Fürstbischoftums Passau und Mutterpfarrei von sechs Tochter- und sieben Enkelpfarreien, so darf man in Aicha vorm Wald zurecht stolz sein auf eine glanzvolle Geschichte, auch wenn heute Fürstenstein der Sitz des jetzigen Pfarrverbands ist.


 
 
 

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