Werdegang der Postagentur in Eging
- Brigitte Windorfer
- 27. Aug. 2025
- 11 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Sept. 2025
1895: Zur Verbesserung der postdienstlichen Verhältnisse, insbesondere des Zustelldienstes in dem Landstriche zwischen Schöllnach, Schönberg und Tittling, wird am 01. Mai 1895 in dem zum Bezirksamte Vilshofen gehörenden Pfarrdorf Eging eine kgl. Postexpedition mit Poststall errichtet. Die Erstere wird der Anwesensbesitzerin Julie Reiter, die Letztere dem Gastwirt Franz Memminger in Eging übertragen, unter Verpflichtung eine täglich einmalige Postomnibusverbindung zwischen Eging und Vilshofen über Garham zu unterhalten.
Damit fanden die Bemühungen der Gemeinde, die sich seit Mai 1879 um die Errichtung einer Expedition und Karriolpost nach Vilshofen bemühte, ein Ende.
Donauzeitung vom 02.05.1895
Von Eging, 02. Mai, schreibt man der Donauzeitung:
Der gestrige Tag verdient auf kostbarer Marmortafel für Eging verewigt zu werden: zum erstem Male verkehrte an diesem Tage die Post zwischen Eging und Vilshofen. Besonders festlich gestaltete sich die Heimkehr des Omnibus um 7 Uhr abends. Der in Gala kutschierende Postillion, der schon bei der Abfahrt mit Kränzen und Girlanden geschmückte Omnibus, das schmuck eingerichtete Expeditionslokal, alles das erregte Bewunderung. Eging selbst hatte reichen Flaggenschmuck angelegt, Als Böllerschüsse die Heimkehr des Omnibus ankündigten, war schon eine Menge Leute aus Eging und Umgebung vor dem Expeditionslokale versammelt. Die Schuljugend von Eging, die Knaben Fähnchen in den bayerischen Landesfarben tragend, war ebenfalls gegenwärtig. Der Herr Pfarrer Reiß hielt eine kurze gediegene Ansprache mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf seine SE. k. Hoh. den Prinzregenten. Von den anwesenden Lehrern wurde die bayerische Volkshymne angestimmt und von der Schuljugend mit Jubel gesunden. Sodann erfolgte die Rückkehr zur Poststallhaltung. Ein dringender Wunsch der Eginger und Umgegend ist damit erfüllt. Der innigste Dank sei hiermit ausgesprochen der königl. Bayer. Generaldirektion und dem Oberpostamt, allen Herren Postbeamten, welche mit der Angelegenheit befaßt waren, insbesondere aber unserem hochgeehrten Pfarrkind, dem königl. Seminarpräfekten Herrn Reiter in Straubing, der sich so eifrig um die dringende Erfüllung unseres Wunsches bemühte. Ein Toast auf die genannten Herren schloss die Feier. Nunmehr mag auch unser so herrlich gelegenes Eging mit Umgebung ein besuchter Ort für Touristen werden.
Das Pfarrdorf Eging, bestehend aus Ober- und Untereging, war bis zur Errichtung der Expedition dem Bestellbezirk Tittling zugeteilt und wurde durch den fahrenden Postboten, der über Engelburg, Fürstenstein und Aicha zu fahren hatte, bestellt. Infolge des ausgedehnten Bestellbezirkes war dieser Postbote nicht immer imstande, die Sendungen nach den Seitenorten zuzustellen.
Eine wesentliche Verbesserung der Zustellverhältnisse wurde durch die Aufstellung eines Postboten bei der neuerrichteten Expedition in Eging erzielt. Es wurde ein Landgang, bestehend aus 22 Ortschaften, die von den Bestellbezirken Aicha, Tittling und Schöllnach abgetrennt wurden, zugewiesen. Die durchschnittlich tägliche Dienstzeit war auf 9 Stunden 10 Minuten festgesetzt. Für die Führung der Dienstgeschäfte wurde ein ständiges Aversum von 180 Mark und ein unständiges von 60 Mark genehmigt. Diese Beiträge wurden ab 1896 auf 300 Mark bzw. 60 Mark angehoben. Am 16. November 1895 wurde bei der Expedition der Telegraphenbetrieb mit Vilshofen aufgenommen.
1898: Anlässlich der Organisation der äußeren Postdienststellen wurde die Vertragsexpedition in eine Postagentur umgewandelt. Sie blieb dem Oberpostamt Regensburg unterstellt. Frl. Julie Reiter war berechtigt, weiterhin den Titel Kgl. Postexpeditorin zu führen. Am 16 November wurde eine Karriolpost von Iggensbach nach Eging eingerichtet. Sie hatte Anschluss an den Omnibus nach und von Hengersberg. Anfahrtszeit war in Eging um 3 Uhr morgens, zurück um 6 Uhr 25 Minuten abends. Die Fahrten wurden vom Poststall Iggensbach ausgeführt.
1899: Dem Publikum war seit dem 10. Juni der Sprechverkehr mit den anlagen in Landshut, Passau, Regensburg und Straubing zugänglich.
1900: Es waren täglich 5 Kartenschlüsse zu fertigen, davon 3 um 3 Uhr morgens. Die normale Jahresvergütung wurde ab 01. April auf 576 Mark mit einer persönlichen Zulage von 30 Mark festgesetzt.
1905: Ab 01. Oktober wurde die Agentur dem wiedererrichteten Oberpostamt Landshut unterstellt. Die Jahresvergütung betrug 624 Mark.
1907: Bei der Agentur wurde eine Fernsprechvermittlungsstelle eingerichtet.
1908: Ab 05. Juni war der Sprechverkehr nach Aicha, Aldersbach, Aunkirchen, Garham, Haidenburg, Rathsmannsdorf und Windorf möglich, sowie zu den Telefonanlagen in Deggendorf, Fürth, Hauzenberg, Landau, München, Pasing, Ismaning, Planegg, Nürnberg, Plattling und Zwiesel.
1913: Zum 01. Juni wurden die Orte Einzenberg und Einzendoblmühle von Fürstenstein nach Eging zugeteilt.
1914: Ab 01. August wurden die Orte Alzenmühle, Anzing, Gaißa, Gaißamühle, Groß- und Kleinmeicking, Märzing und Priefing dem Eginger Zustellbezirk zugeteilt. Sie gehörten bisher zu Außernzell. Am 01. August war die Bahnstrecke auch von Hengersberg aus fertig. Die Agentur wurde über eine Bahnpost Deggendorf-Kalteneck versorgt. Die Postomnibusverbindungen nach Vilshofen und die Karriolpost nach Iggensbach wurden eingestellt. Der Erste Weltkrieg hatte begonnen.
1918: Im November kündigte Frl. Julie Reiter die Post.
1919: Am 01. März wurde der bisher in Landshut beschäftigten Posttagearbeiterin Fanny Nömer die Postagentur übertragen. Sie verlegte das Postlokal in das Anwesen des Gastwirts Dankesreiter (heute Gasthaus zur Post).
Das Bild zeigt das Gasthaus zur Post, welches diesen Namen nach dem Einzug der Postagentur 1919 erhalten hat. Alle weiteren Eigentümer haben den Namen bis heute beibehalten, obwohl die Post nur bis 1923 dort untergebracht war. Das Bild stammt von ca. 1950, als das Anwesen schon im Besitz der Familie Nickl war.
1920: Die bayerische Post ging auf das Reich über und wurde der Reichspost angegliedert.
1921: Die Postagentur wurde dem Postamt Vilshofen unterstellt.
1922: Die Postagentin Fanny Nömer wurde ab dem 01. Januar nach Rott am Inn versetzt. Der bisher in Beutelsbach als Postagent beschäftigte, kriegsbeschädigte Joseph Geier wurde neuer Postagent.
1923: Joseph Geier verlegte das Dienstlokal in sein Haus in der Bahnhofstraße. Dafür hatte er dieses Haus sowohl als Wohnhaus für seine eigene Familie als auch zur Unterbringung der Postagentur erst selbst neu erbauen lassen.

1929: Das Wohn-, Geschäfts- u. Postgebäude wurde von Joseph Geier baulich erweitert, um dort das seit 1926 bestehende Kaufhaus erweitern zu können. Das Kaufhaus wurde von seiner Frau Katharina Geier geb. Obermeier geführt.
1931: Der Postbote Georg Hundsrucker aus Eging ging in den Ruhestand. Er stammte aus Tittling und hatte dort 1892 seine Arbeit bei der Post aufgenommen. Am 01. März 1902 stieg er vom Aushilfsbediensteten zum Postboten bei der Postagentur in Eging auf und heiratete noch im Mai 1902 Maria Urzinger aus Kroißenhof.
1939: Zum 01. Juni wurde die Agentur in ein Zweigpostamt umgewandelt. Geier wurde zunächst als Postangestellter übernommen und dann schließlich ins Beamtenverhältnis berufen. Der 2. Weltkrieg hatte begonnen.
1944: Nach Einführung von Postleitzahlen lautete die Ortsbezeichnung: 13b Eging.
1945: Am 29. April kamen die Amerikaner nach Eging. Der Postverkehr sowie der Fernsprechdienst mussten eingestellt werden. Im September wurde dann der Geschäfts- und Behördenverkehr und im Laufe des Oktobers der allgemeine Postverkehr wieder zugelassen. Es ging aber nur langsam aufwärts, da die Verbindungen zum größten Teil noch nicht wiederhergestellt waren. Postboten holten mit Rucksäcken beim Postamt in Vilshofen aufkommende Post ab.
1948: Am 20. Juni fand die Währungsreform statt. Sie brachte wieder Ordnung in den Geschäftsablauf. Zunächst ging der Postverkehr stark zurück. Er erholte sich aber bald.
1949: Die Gemeinde gewährte der DBP ein Darlehen zum Bau eines Gebäudes mit 2 Kraftwagenunterstellplätzen. Es wurde jedoch nur 1 Stand für die von Passau über Vilshofen und Windorf geführte Kraftpostlinie benötigt. Der 2. Stand wurde an die Fa. Wehrmann-Motoren, die die Lizenz für die alte über Garham geführte Kraftpostlinie hatte, vermietet.
1951: Die Diensträume im Haus Geier in der Bahnhofstraße 9 1/5 wurden nach einem kleineren Umbau wieder bezogen.
1953: Der langjährige Zweigpostamtsleiter, Postassistent Joseph Geier, trat in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde der Postassistent Wassersteiner.
1954: Posthalter Wassersteiner ging nach Hengersberg. Das Postamt übernahm die Postassistentin Elisabeth Wloczyk aus Groß-Gerau.
1955: Der Fernsprechverkehr wurde auf Wählbetrieb umgestellt. Es standen 200 Anschlusseinheiten zur Verfügung. Eging war unter der Vorwahl 08544 zu erreichen. Diese Maßnahme hatte natürlich auch personelle Auswirkungen zur Folge. Ein Dienstposten im Fernsprechdienst wurde eingezogen. Die Wählvermittlung wurde im Posthause eingebaut. Zu dieser Zeit wurden beim Postamt monatlich 288 Kriegsbeschädigtenrenten und 300 Versicherungsrenten ausgezahlt. Dafür stand ein gesonderter Rentenzahlschalter zur Verfügung.
1956: Nach schweren Unwettern im Juli war der Fernsprechdienst tagelang unterbrochen. Die Orte Thannberg, Selinghof, Kneisting, Erlau, Schlinding, Altfaltern und Schadham wurden nach Tittling abgegeben.
1957: Burgstall wurde aus Rathsmannsdorf zugeteilt.
Der Postbote Kaspar Wolf ging in den Ruhestand. Er war seit 1929 Postbote in Eging.
1959: Die 45 Stundenwoche wurde eingeführt.
1961: Neue Postleitzahlen wurden eingeführt. Die Bezeichnung des Postamtes lautete nun "8359 Eging".
1962: Nach Aufhebung der Bahnposten Plattling-Kalteneck wurde die Postversorgung über eine Landkraftpost von Vilshofen aus wahrgenommen.
1964: Es wurden zwei Landzustellgänge motorisiert. Das Wochenleistungsmaß der Teilkraft verringerte sich.
1966: Im Postamt wurde ein Münzfernsprecher in Betrieb genommen.
1967: Der Postzusteller Georg Bumberger aus Eging, der bereits seit 1926 in Eging beschäftigt war, ging nach 41 Jahren in den Ruhestand.
Auf dem Marktplatz wurde ein Fernsprechhäuschen aufgestellt und am 01. April der Anbau an das bisherige Dienstgebäude bezogen. Er bot ausreichend Platz. Zur Verfügung standen nun 100qm Betriebsfläche, eine zweckmäßige Schalteranlage mit schussfester Verglasung, eine Postfachanlage mit 60 Fächern, im Eingang ein Doppelwertzeichengeber, Kartengeber, Geldwechsler und eine Telefonzelle. Seit September war die Landesfernwahl möglich. Im November wurde die neue Vermittlungsstelle im Obergeschoss des Postgebäudes mit 360 Anschlusseinheiten (ausbaubar auf 800 AE) in Betrieb genommen.
1970: Der Postzusteller Alois Kufner aus Loipfering ging in den Ruhestand. Er war seit 1959 beim Postamt in Eging beschäftigt.
Die Marktgemeinde führte neue Straßen- und Hausnummernbezeichnungen ein. Die jetzige Anschrift lautete: Unterer Markt 23.
1971: Nach Umwandlung der Poststelle II Thannberg in eine Annahme-Poststelle kam der Zustellbereich zum Postamt Eging. Ein weiterer Zustellgang wurde motorisiert.
1972: Die Sonntagsdienste beim Postamt entfielen. Die Lastenleerung und die Eilzustellung wurden vom Landkraftpostfahrer ausgeführt. Nach Gebührenerhöhung kostete ein Brief 40 Pfennig und eine Postkarte 30 Pfennig.
1973: Postassistentin Elisabeth Wloczyk ging in den Ruhestand. Das Postamt übernahm der Postobersekretär Alois Eholzer aus Vilshofen. Die Schalteranlage wurde zur besseren Absicherung umgebaut.
1974: Die 40 Stundenwoche wurde eingeführt und das Rundfunkgebührenkassieren eingestellt. Der Einzug erfolgte nun bargeldlos durch die Rundfunkanstalten selbst.
1975: Der Postbote Eduard Trauner ging nach 25 Jahren Zustellung in Eging in den Ruhestand.
1976: Die Rentenzahlung über den Postschalter entfiel. Die Renten wurden auf Bank- oder Postscheckkonten überwiesen. Eine Fernsprechnebenstellenanlage wurde im Postamt eingebaut.
1978: Im Zustellbereich wohnten 3510 Einwohner. Die Ortsbezeichnung wurde in "8359 Eging am See" geändert, nachdem der See angelegt worden war.
1979: Im Fernsprechdienst waren vierstellige Rufnummern notwendig geworden. In Loipfering wurde ein Fernsprechhäuschen aufgestellt. Das Postamt wurde nach Unterstellung des Postamtes in Vilshofen auch dem Postamt Passau angegliedert.
1980: Der Zustellbereich wurde den Gemeindegrenzen angeglichen. An Außernzell wurde abgetreten: Anzing, Gaißa, Gaißamühle, Groß- und Kleinmeicking und Priefing. Aus Hofkirchen wurde an Eging die Ortschaften Altenreit, Böhmöd, Burgstall, Hartmannsreit, Hofstetten, Jederschwing, Kalling, Mühlholz, Mühlreit und Rannetsreit abgetreten. An Thurmannsbang wurden abgegeben: Altfaltern, Edlau, Kneisting, Mühlberg, Schadham, Schlinding, Selinghof und Thannberg.
Nach dieser Bereinigung wohnten im Zustellbereich noch 3011 Einwohner.
1988: Alois Eholzer aus Eging ging nach 16 Jahren als Betriebsleiter und Schalterbeamter in Eging an das Verwaltungspostamt Passau.
Dort war er bis zum Eintritt in den Ruhestand 2001 vorwiegend in der Personal- und Organisationsstelle tätig.
Bei der Post war er bereits seit 1962. Bevor er 1972 nach Eging kam, tat er Dienst am Postamt Vilshofen.
Der Postzusteller Hans Höltl aus Otting ging nach 21 Jahren Postzustellung in Eging in den Ruhestand.
Bevor er nach Eging kam, war er von 1960-1967 Zusteller in Aicha v. wald. Seinen Dienst bei der Post hatte er am 09.08.1954 angetreten.
1989: Alois Eder wurde neuer Betriebsleiter und Schalterbeamter in Eging.
1990: Im Dezember wurde der Erweiterungsbau bezogen.
1991: Nach 30 Jahren Dienst am Postschalter ging Theresia Melder aus Eging in den Ruhestand.
Bis 1976 zahlte sie die Renten bar aus. Sie war für die Zu- und Rückschriften der nachzuweisenden Zustellsendungen (z.B. Einschreiben, Nachnahmen usw.) sowie die Postfachverteilung zuständig.
1992: Der Postzusteller Albert Melder aus Eging ging in den Ruhestand. Er hatte bereits seit 1957 Post in Eging zugestellt.
1995: Der Postzusteller Konrad Moser aus Eging ging nach 20 Jahren Zustellung in Eging in den Ruhestand. Er war von 1957-1964 bei der Post in Wuppertal, von 1964-1967 in Plattling, von 1967-1975 in Nammering und ab 1975 in Eging beschäftigt.
1996: Der Postzusteller Josef Seider aus Eging ging in den Ruhestand. Er hatte seinen Postdienst 1963 in München begonnen und war dann seit 1970 Zusteller in Eging.
1998: Am 25. August 1998 wurde von der Deutschen Post AG in Oberpolling ein Zustellstützpunkt für zehn Gemeinden errichtet.
Im Röderstein Gewerbepark:
Neuer Zustellstützpunkt Oberpolling: In Halle Acht geht jetzt die Post ab (Passauer Neue Presse v. 24 September 1998 "Fürstenstein (ga). Seit genau einem Monat geht in der Halle Acht im Gewerbeoark der Firma Roederstein in Oberpolling die Post ab: Die Deutsche Post AG hat dort einen Zustellstützpunkt für zehn Gemeinden errichtet und beschäftigt insgesamt 50 Frauen und Männer. Rege Betriebsamkeit herrscht von Montag bis Samstag frühmorgens in Hallte Acht im Gewebepark der Firma Roederstein. 33 Zusteller sortieren die vom Briefzentrum in Straubing angelieferte Post vor, ehe sie in ihre Zustellbezirke ausschwärmen und Nachrichtenüberbringer für insgesamt 31.500 Einwohner in 10.700 Haushalten sind. Seit 25. August werden von Oberpolling aus die Gemeinden Aicha v. Wald, Eging am See, Fürstenstein, Neukirchen v. Wald, Ruderting, Saldenburg, Thurmansband, Tiefenbach, Tittling und Witzmannsberg mit der täglichen Post versorgt. Das betreute Gebiet umfasst eine Fläche von 250 Quadratkilometern. Damit zählt der Zustellstützpunkt Fürstenstein zu einem der größten im ländlichen Raum. Neben den 33 Zustellern beschäftigt die Deutsche Post AG in Oberpolling fünf sogenannte Verteilerinnen, zwei Arbeitskräfte im Innendienst und 10 Urlaubs- bzw. Krankheitsvertretungen im Zustelldienst. Am Stützpunkt sind außerdem 30 Postfahrzeuge stationiert. Die werktäglich vom Briefzentrum in Straubing angelieferte Post ist für jeden Zusteller bereits zu rund 60 Prozent maschinell vorsortiert. Die restlichen, vom Computer nicht lesbaren Sendungen werden durch die fünf Verteilerinnen richtig zugeordnet. Zunehmend können auch immer mehr handschriftliche Adressen maschinell gelesen werden, weiß der Leiter der Briefpost-Niederlassung Straubing, Franz Sicklinger, zu berichten. Tag für Tag werden von Oberpolling aus durchschnittlich 15.600 Briefsendungen zugestellt und ab 19. Oktober kommt noch der Bereich Frachtsendungen mit wöchentlich 4.000 Paketen hinzu. In dieser Branche besitzt die Deutsche Post AG einen Marktanteil von 25 Prozent. Die Neustrukturierung hat sich gelohnt, fasste Staatssekretär Dr. Klaus Rose die Erfahrungen seines Informationsbesuches zusammen. Betriebsrat Lorenz Seidl von der Niederlassung Straubing merkte an, daß sich nicht alle Konkurrenten an die Auflagen der Regulierungsbehörde hielten. Einige private Dienstleister beschäftigen demnach sozialversicherungsfreie Arbeitskräfte, für die Post ein Wettbewerbsnachteil. Lorenz Seidl äußerte deshalb die Bitte, bei der Lizenzvergabe an Privatanbieter künftig mehr auf die Einhaltung der sozialen Standards zu pochen."
Alle Eginger Postzusteller traten ihren Dienst im Stützpunkt Oberpolling an.
Der Betrieb am Postschalter, im Haus von Alfred Geier Unterer Markt 23, wurde aber noch wie gewohnt beibehalten. Auch die vorhandenen Postfächer für Selbstabholer konnten weiter benutzt werden. Sie wurden von den Eginger Postzustellern bestückt.
2000: Der Eginger Postzusteller Wolfgang Weikelsdorfer wechselte nach 5 Jahren Zustellung in Eging nach Saldenburg. Dort ist er auch heute noch tätig. Er begann bereits 1982 als Paketzusteller in München seinen Dienst, von 1985-1992 war er bei der Postbank in München in der Nachforschungsstelle eingesetzt und anschließend in Eging und Fürstenstein als Urlaubs- und Krankheitsvertreter. 1995 erhielt er dann einen festen Zustellgang in Eging.
2003: Am 28. September 2003 sperrte die Deutsche Post AG die Filliale Unterer Markt 23 für immer zu. Genau 80 Jahren vorher, nämlich 1923, hatte sie dort Joseph Geier sen. eingerichtet. Zuletzt gehörte das "Postgebäude" seinem Sohn Alfred. Die private Filiale wurde dann auf der gegenüberliegenden Straßenseite, Unterer Markt 22, im Anwesen von Enkel Josef Geier eröffnet. Auch die Postschließfächer konnten dort weiterhin genutzt werden.
Nach der Privatisierung der Postfiliale kamen der Posthalter Alois Eder sowie sein Stellvertreter Ludwig Schöfberger, die am Postschalter arbeiteten, wieder zurück an das Postamt Vilshofen.
2006: Der Postzusteller Albert Winter, der seit 1989 in Eging zustellte, ging in den Ruhestand. Er war seit 1967 bei der Post beschäftigt.
2011: Umzug in den REWE-Markt
2014: Der Postzusteller Franz Brand aus Eging ging in den Ruhestand. Er arbeitete bereits seit 1970 bei der Post. Nach 10 Jahren in Bad Tölz war er 12 Jahre in Thurmansbang tätig. 1992 erhielt er den festen Postgang von Albert Melder, der damals in den Ruhestand trat.
2018: Die Postzustellerin Brigitte Urmann aus Eging ging in den Ruhestand. Sie war seit 1998 bei der Post angestellt, davon viele Jahre als Springerin und die letzten Jahre auf einem festen Zustellgang in Eging.
Andrea Hochleitner aus Weferting wechselte vom Zustellbezirk Eging nach Thurmansbang. Sie ist bereits seit 1997 bei der Post beschäftigt und stellte über 20 Jahre die Post in Eging zu, viele Jahre als Springerin und die letzten 3 Jahre auf einem festen Zustellgang.
Die allgemeine Entwicklung der Postzustellung
Zu Beginn der Postverteilung wurde noch zu Fuß zugestellt. Die Briefe wurden in sog. "Ranzen" getragen. Im ländlichen Bereich wurde später mit dem Fahrrad und bei viel Schnee auch mit den Skiern zugestellt. Als die Mopeds aufkamen, wurden diese auch genutzt, obwohl sie privat angeschafft wurden.
Erst 1964 wurden in Eging 2 Landzustellgänge mit PKWs motorisiert. Im Ortsbereich wurde noch zu Fuß mit einem Post-Trolley zugestellt. Die ersten Postautos für die Zusteller waren die VW Käfer und VW Golf. Als die Pakete dann auch größer und immer mehr wurden, hat die Post VW Transporter angeschafft. Nicht alle Zusteller haben aber VW Transporter, sondern meist nur einen Caddy, in denen es ihnen heute schon fast nicht mehr möglich ist, die Pakete der modernen "Bestellflut" für den ganzen Zustellgang auch alle unterzubringen.
Adressaten im Gemeindebereich Eging, denen die bestellten Pakete oder Einschreibbriefe wegen Abwesenheit nicht zugestellt werden können, erhalten vom Postzusteller eine Benachrichtigungskarte, dass die Pakete und Briefe in der Postagentur im REWE-Markt abgeholt werden können.



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